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Menschen Der Name Beduin bedeutet „aus der Wüste“. Der Beduine von heute ist von arabischer Abstammung, spricht Arabisch und bekennt sich zum muslimischen Glauben. Er beschreibt sich selbst mit Eigenschaften wie Gastfreundlichkeit, Loyalität, Stolz, Liebe zur Wüste und die damit verbundene Unabhängigkeit und Freiheit. Die Beduinen sind für ihre sehr große Gastfreundschaft bekannt. Die schwierigen Lebensbedingungen in der wüstenhaften Bergwelt erfordern, dass man sich um die Mitglieder der Gemeinschaft und um Gäste kümmert, oft eine Leben sichernde Verhaltensweise. Die Beduinen des Südsinai sind traditionell in sieben Stämme eingeteilt und stammen von den Nomaden ab, die einst auf der Halbinsel unterwegs waren. Sie alle haben eine besondere Kultur, die auf unterschiedlichen Entstehungssmythen und speziellen Sitten und Gebräuchen basieren. Als achter Stamm kommen die Jebaliya hinzu, die in St. Kathrin und den benachbarten Gebieten leben. Die 3 500 Mitglieder dieses Stammes stammen von osteuropäischen Christen ab, die bis heute für die Mönche von St. Kathrin arbeiten. Ihre ursprüngliche Aufgabe war die Mithilfe beim Bau des Klosters, danach blieben sie in der Umgebung und sorgten für den Schutz des Klosters und der Mönche vor Überfällen. Im Laufe der Zeit haben sich die Jebaliya mit Mitgliedern aus den Nachbarstämmen vermischt. Mit Ende des 17ten Jahrhunderts sind sie zum Islam übergetreten. Ihre Beziehung und ihre Treue zum Kloster ist heute noch ein großer Teil ihrer Identität und Tradition. Stammesaufbau und Herrschaftsgefüge Je nach Abstammung unterscheidet sich das Leben im Beduinenstamm. In der Regel teilt sich jeder Stamm nochmals in mehrere große Familienclans auf. Die Stämme werden von einem Sheikh geführt, der aus einer der einflussreicheren Familien hervorgeht. Dieser Mann repräsentiert seinen Stamm bei regionalen Treffen und nationalen Angelegenheiten. Neben seiner Rolle als Repräsentant fühlt sich der Sheikh auch verpflichtet, sein eigenes Vermögen in die Gemeinschaft einzubringen, um so das wirtschaftliche Überleben des Stammes zu garantieren. Dabei denkt er auch besonders an das Wohlergehen und die Sicherung des Lebensunterhalts der ärmeren Stammesmitglieder. Jeder Stamm besitzt eigene Rechtsberater, die aufgrund ihrer Klugheit oder ihrer sozialen Position ausgewählt wurden. Wenn in der Gemeinschaft Konflikte entstehen, treten diese Mittelsmänner als Schiedsrichter auf und lösen die Probleme nach traditionellen, mündlich überlieferten Stammesregeln.
Kleidung und Gebräuche Die Galabaia (bodenlanges Gewand) und die Kuffyya (Kopftuch), mit der ’Agal (schwarze Kordel) sind Markenzeichen des Beduinen. Im Herbst wird diese Kleidung oft durch einen Baltu (Jacke), im Winter durch eine ’Abia (Mantel aus Wolle oder Kamelhaar) ergänzt. Beduinenfrauen verhüllen ihr Haar mit einer perlenbestickten, schwarzen Tarha (Schleier). Sie tragen die Kopfbedeckung auch beim Essen und wenn sie sich mit jemandem unterhalten. Ihre langen, bunten Kleider sind bedeckt von einer schwarzen Tuba (leichter Umhang). Früher verhüllten sie ihr Gesicht komplett mit einem kunstvoll bestickten Gesichtsschleier, der nur die Augen unbedeckt ließ. Traditionelle Kleidungsstücke und Schmuck können im Besucherinformationszentrum besichtigt werden, das am Eingang zum Wadi El Dir, Richtung Kloster liegt. Bitte unterlassen Sie das Fotografieren der Frauen, es gilt aus Sicht der Beduinen als unangebracht.
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