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Geschichte Die Halbinsel Sinai liegt zwischen zwei Kontinenten und verbindet Ägypten mit Palästina und Jordanien. Seit den frühesten Zeiten der Zivilisation hat dieses Stück Land eine herausragende strategische Bedeutung. Auf dem Sinai gab es immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen und Eroberungszüge. Daneben prägten Bergleute, Händler und Pilger die Entwicklung dieser Halbinsel. Die Pharaonen, die mesopotamischen Herrscher, Perser, Griechen und Römer, sie alle haben sich für den Sinai, vor allem für den Nordsinai, interessiert. In der jüngeren Geschichte tummelten sich Eroberer und Besatzungsmächte auf dem Sinai: Mameluken, Ottomanen, Franzosen und Engländer und Israelis, bis im Jahre 1981 im Frieden von Camp David der Sinai Ägypten zugesprochen wurde. Es gilt als archäologisch sicher, dass die ersten menschlichen Spuren auf der Halbinsel 30 000 Jahre zurückverfolgt werden können. Die ersten Einwohner des Sinai waren Jäger und Sammler, die ihre Wohnplätze in der Nähe von Wasservorkommen hatten. Die Funde von Abu Madi, z. B. ungehärtete Pfeilspitzen, Mahlsteine und andere Fundgegenstände, beweisen, dass reger Handelsaustausch entlang der Küste herrschte. Vor 7 000 Jahren gab es auf dem Sinai schon Ackerbau und Viehzucht, und die frühen Siedler hinterließen uns die heute noch gut erhaltenen Nawamis (runde Steingräber) und elatäische Inschriften. Die Timnaiten tauchten im frühen Bronzezeitalter auf dem Sinai auf. Sie bauten die reichen Bodenschätze des Sinai ab und richteten die ersten Türkis- und Kupferminen in der Gegend ein. Dieser Reichtum an Bodenschätzen veranlasste die Pharaonen, auf dem Sinai Vorposten zu unterhalten. Trotzdem war für sie der Sinai eine unwirtliche Gegend, und sie erachteten es nicht als notwendig, die vollständige Kontrolle darüber zu haben. Sie hinterließen ihre Spuren mit dem Bau verschiedener Tempelanlagen. In Sarabit el Khadim kann heute noch solch eine Anlage besichtigt werden. Um das Jahr 30 v. Chr. eroberten und regierten die Römer den Sinai, ohne ihn zu besiedeln. Sie waren lediglich an der für den Weg nach Asien strategisch wichtigen Route über den Nordsinai interessiert. Um das Jahr 320 n. Chr. ergriff Byzanz die Herrschaft über den Sinai, mit dauerhafter Auswirkung auf seine Entwicklung. Diese Herrschaft dauerte über 300 Jahre. In dieser Zeit blühten die christlichen Klöster auf, und viele byzantinische Siedlungen wurden errichtet. Die heiligen Stätten, wie z. B. das Katharinenkloster mit dem brennenden Dornbusch am Fuß des Mosesbergs, veranlassten die Pilger auf den traditionellen Pilgerrouten zu einem Aufenthalt. Es gibt unzählige Zeugen aus dieser Ära: Einsiedeleien in Form von Höhlen und Gebetszellen, Kirchen, Klöster und eine Menge gut erhaltenen Steinbauten. Um das Kloster und die umliegenden Siedlungen vor den Überfällen der Nomaden zu schützen, gab Kaiser Justinian den Auftrag zur Befestigung des Klosters und siedelte 100 Familien von Alexandria und weitere 100 Familien vom Balkan zum Schutz und zur Dienstleistung für die Mönche an. Die Jebeliya, die Beduinen, die heute noch in St. Kathrin leben, sind die Nachkommen dieser Familien. Über die Jahrhunderte haben sie sich mit anderen arabischen Stämmen vermischt, sind aber sehr stolz auf ihre römische, griechische oder makedonische Abstammung. Mit der islamischen Eroberung im Jahre 640 ging das byzantinische Zeitalter in Ägypten zu Ende, doch das Juwel dieser Zeit, das Katharinenkloster, überstand diesen Machtwechsel und lebte weiter, so wie es das bis in die heutige Zeit ohne Unterbrechung getan hat. Der Prophet Mohamed soll dem Kloster einige Besuche abgestattet haben. Das Gedenken an diese Besuche hat bei mehreren Anlässen das Kloster vor einer Zerstörung durch muslimische Angreifer bewahrt. Die Mönche von St. Kathrin können heute von sich behaupten, dass sie im ältesten Kloster der Welt leben. Nach der arabischen Eroberung blieben viele Nomaden in dem Gebiet. Allmählich und bis ungefähr vor 200 Jahren kamen immer wieder neue Nomaden von der arabischen Halbinsel. Diese Menschen sind die Vorfahren der heutigen Beduinenstämme (mit Ausnahme der Jebeliya) und können ihre Wurzeln zu einem weit entfernten arabischen Vorfahren zurückverfolgen. In der neueren Geschichte hatten die Mameluken, Ottomanen, Franzosen, Engländer und Israelis die Kontrolle über den Sinai, ohne großen Einfluss auf die Wüstenlandschaft zu nehmen. Hilmi Abbas Pasha, Vizekönig von Ägypten unter den Ottomanen, hinterließ eine deutlichere Spur in der Gegend durch den Bau des Abu Jeefa Passes. Dieser Pass ist ein Fußweg und eine Kamelroute, die den Bau eines Palastes auf dem Jebel Tinya, später nach dem Initiator Jebel Abbas Pasha genannt, ermöglichen sollte. Seit die israelischen Streitkräfte im Jahre 1981 die Halbinsel geräumt haben, ist der Sinai im Bewusstsein der Menschen schnell zu einem festen Bestandteil Ägyptens geworden.
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